Pfadfinderinnen und
Pfadfinder beschäftigt die E10-Lüge
Seit
Wochen wird der neue Kraftstoff E10 in den Medien diskutiert. Ist der neue
Kraftstoff wirklich so umweltfreundlich oder verkauft uns die Regierung
für dumm?. Die Pfadfinder wollten es genau wissen und nahmen den neuen
Kraftstoff in ihrer Gruppenstunde
genauer unter die Lupe.
In der ersten Gruppenstunde zum Thema wurden
die Treibstoffe in ein Teelichthalter gefüllt und jeweils gemessen um wie
viel Grad Wasser in einer Blechdose mit den reinen Treibstoffen erwärmt
werden kann. Das Ergebnis kam den physikalischen Werten sehr nah: Der
Brennwert von Ethanol beträgt nur 20% des Brennwertes von Benzin. Bei einem
E10 Treibstoff bedeutet das also einen Verlust von 8% pro Tankfüllung (80%
Brennwertverlust auf 1/10 der Tankfüllung). Die unmittelbare Folge ist also
ein höherer Verbrauch, der wiederum höhere Transportkosten durch einen
erhöhten Treibstoffbedarf nach sich zieht.
In der nächsten Gruppenstunde wurde die
positiv umworbene Ökobilanz näher untersucht. In der Theorie wird bei der
Verbrennung von Ethanol maximal so viel CO2 freigesetzt, wie
zuvor von den Pflanzen aufgenommen wurde aus denen das Bioethanol
hergestellt wird. Das ist soweit richtig. Doch wie groß müssten eigentlich
die Felder sein, die uns das ganze Bioethanol liefern sollen? Es ergibt sich
eine Fläche, die doppelt so groß wie Belgien sein müsste. Damit ist klar,
dass das Bioethanol gar nicht in Deutschland produziert werden kann. Die
Preise für Getreideprodukte steigen, durch die höhere Nachfrage. Die
Produktion von Bioethanol wird nach Brasilien verlagert, wo riesige
Urwaldflächen abgeholzt werden, um die notwendigen Flächen für
Zuckerrohranbau frei zu bekommen. Die Folgen für die dortige Bevölkerung
sind verheerend, aber auch für uns ergibt sich durch die Verschiebung der
Ökobilanz (der Regenwald fixiert kein CO2 mehr) eine unmittelbare
Folge. Nachdenklich sitzt Joshi im Gruppenraum und ist empört darüber wie
die Regierung mit der Bevölkerung umgeht. Die Ölreserven sind begrenzt und
deren Verbrennung setzt treibhausschädliches Kohlenstoffdioxid frei. E10 hat
nichts mit Nachhaltigkeit zu tun. Die Gruppe ist entschlossen ihre neuen
Erkenntnisse kund zu tun.
Und auch für den in erster Linie
wirtschaftlich interessierten Endverbraucher sei bemerkt, dass die
Produktion von E10 teuer als die des herkömmlichen Treibstoffes ist. Der
Preis für E10 wird momentan künstlich tief gehalten, um die Bevölkerung zu
animieren auf E10 umszustellen. Sobald der Endverbraucher umgestellt hat und
nur noch wenige Tankstellen E5 oder herkömmliches SuperPlus anbieten, werden
die Preise steigen.
Einige Tankstellen bieten sogar E85 an. Seit
der Einführung von E10 ist der Preis pro Liter von etwa einem Eur auf 1,25
EUR gestiegen.
E10 ist also weder ökologisch noch günstiger.
Deutschland ist für seine Inovationen bekannt. Also setzt die
Forschungsgelder bitte für echte nachhaltige Energieformen oder für die
Entwicklung von leistungsfähigen Energiespeicher ein, um die Energie aus
Sonne und Wind effektiver nutzen zu können.

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